Ich wunder mich gerade ein wenig. Drei Tage ist es her, seit dem netzpolitik.org von der Bahn abgemahnt wurde. Es gab den – berechtigten – großen Aufschrei, via Twitter und vielen Blogs da draußen wurde die Nachricht in die Mainstream-Nachrichten katapultiert.
Gestern nun wurde der Blog die topnews von C&A abgemahnt.
Heute morgen wollte ich mir einmal ansehen, wie hier die Reaktionen so aussehen. Enttäuschend, insbesonders im direkten Vergleich:

Rivva Vergleich
Ok, mittlerweile hat es die C&A Abmahnung mit zehn Reaktionen doch auf den vorderen Rivva-Platz geschafft (heute morgen ist die Nachricht fast ganz untergegangen), aber eine Sensation ist das ja nicht gerade.
Ich frage mich – warum?
Das Thema der Abmahnung – Adsense-Werbung – ist für die meisten Blogger eigentlich viel interessanter als die Bahn. Wenn ich raten müsste – mehr als die Hälfte der Blogs da draußen setzt Werbung, meistens ja auch AdSense, ein. Und nun behauptet C&A, das ist unlauterer Wettbewerb (in einem Artikel über C&A Werbung anzuzeigen, die ggf. ein Konkurenzprodukt bewirbt). Reaktion: etwas mehr als ein Schulterzucken.
Gründe? Ok, manch einer könnte argumentieren, dass die topnews zwar WordPress verwenden, aber nicht ein Blog im klassischen Sinn ist, mehr ein Magazin. Vielleicht weil es dort keine Kommentare gibt (dafür aber Trackbacks)? Mehr fällt mir gerade aber nicht wirklich ein…
Gut, ein paar der großen Blog-Jungs wie Robert Basic und das Upload-Magazin haben das Thema schon aufgegriffen – aber auch dort sind die Kommentar-Reaktionen eher mau.
Was sagt uns das nun?
netzpolitik.org war schon immer ein Bekannter im (Blog-) Netz, die topnews wohl eher nicht - richtig?
Markus von Netzpolitik hat geschrieben
Und ich bin immer noch etwas erschlagen, von dem vielen positiven Feedback
…
das Feedback aus dem Netz ist überwältigend
…
Ich bin stolz auf Euch und Eure Hilfe dabei!
Gestern dachte ich eigentlich auch noch “wow, wenn’s drauf ankommt bewegen die Blogger da draußen etwas”… aber irgendwie scheint es doch wohl so zu sein, dass man als Durchschnittsblogger am Ende wieder Recht alleine da steht, mit seinen Handvoll Lesern.
Ernüchternd.
- abmachnung bei nicht /
- trackback abmahnung /
- gleich eine abmahnung /
- warum gleich eine abmahnung /
- Abmahnung /
![[GREGEL DOT COM]](http://static.gregel.com/themes/mg/images/header1.jpg)
PZK
sagte am 6. Februar 2009, 15:51 UhrDas Thema “Abmahung wegen kontextsensitiver Werbung” ist interessanter, als dass die großen Wirtschaftsunternehmen Gesetze biegen wie sie wollen und versuchen Kritiker mundtot zu machen? Nein, also nur weil du das vielleicht für interessanter hältst, muss das definitiv nicht so sein.
Marc
sagte am 6. Februar 2009, 16:01 UhrZugegeben, das interessanter ist unglücklich formuliert. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es viele Blogger viel direkter betrifft/betreffen kann…
PZK
sagte am 6. Februar 2009, 16:12 UhrAlso es hat hier mehr als 200 000 Personen direkt betroffen und die Kernessenz des Problems dieses Skandals, auch interessant zu beobachten bei LIDL, Telekom, Einwohnermeldeämtern, Schattenmeldeämtern etc. wird noch vieles weitere beeinflussen. Man könnte damit zu einem global Problem bzgl. Einrschänkung der Grundrechte überleiten. Das hier ein Webmagazin, etwas von einer Firma nimmt, damit dann Geld verdient und dafür dann abgemahnt wird, ist mir persönlich kaum im Ansatz so wichtig. Und wie rivva zeigt, bin ich nicht der Einzige der das so sieht. Vergütenswerte Schöpfungshöhe bei dem abgemahnten C&A Posting seitens Topnews sehe ich persönlich nämlich nicht.
Marc
sagte am 6. Februar 2009, 16:26 UhrAlles soweit richtig (dein erster Teil), keine Frage.
Aber darum ging es mir nicht bei diesem Artikel. Ich habe auf das Damoklesschwert des Bloggers gesehen, die Abmahnung als solche. Also unabhängig vom Thema/ Grund her. Aber wie man sieht, funktioniert das nicht.
Wenn das Thema nicht “Mainstream-tauglich” ist, steht der kleine(re) Mann dem großen Konzern wieder ohnmächtig gegenüber – überspitzt formuliert. Der fehlende Zusammenhalt der Leute, die sich Blogger nennen ist es, der mich ernüchtert.
kai
sagte am 6. Februar 2009, 23:28 UhrSehr strange finde ich an der Sache das Netzpolitik sich den Rücken durch die Blogger stärken lässt, seine Lorbeeren kassiert aber diesen Fall mit keiner Silbe erwähnt. Das finde ich mal mehr als arm, schade
Marc
sagte am 7. Februar 2009, 13:51 UhrHallo Kai,
Markus hat dazu noch einen guten, kritischen Artikel verfasst:
netzpolitik.org
Überweisung
sagte am 20. Februar 2009, 21:20 UhrIch weiß nicht, inwiefern ich mich in die Nesseln setze, aber ich bin SEHR erstaunt, dass eine so große Modekette sich dazu herablässt, eine Abmahnung zu erlassen-vollkommen unverständlich, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass es hier nichtmal direkt um eine Monetarisierung ging. Manchmal trifft es wirklich nicht die Richtigen.