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Gestern fand in der Essener Innenstadt eine Demonstration gegen eine neu eröffnete Filiale des Modelabels Thor Steinar statt, zu der die örtliche Antifa aufgerufen hatte.

Eine entsprechende Meldung auf 1Live hat mich dazu inspiriert, das weltweite Netz ein wenig danach zu beschnüffeln.
Thor Steinar ist in den Winkeln meines Gehirns mit etwas braunem assoziiert… wobei ich dabei tatsächlich, aber indirekt, an Scheiße denke. Oder gesellschaftstauglich formuliert:
Diese Marke verbinde ich mit Mitbürgern, die durch eine rechtsextremistische Gesinnungshaltung bekannt sind.

Also werfen wir einmal einen Blick auf das Onlineangebot, bzw. den Onlineshop unter thorsteinar.de… Hm, ganz ehrlich? Ein paar der Klamotten da finde ich ganz schick! Sieht doch recht trendy aus? Ich sag mal so… Würde da H&M oder ähnliches im Etikett stehen, würde die Hälfte der Generation unter 35 damit rumlaufen, oder?

Ein Blick auf den passenden Wikipedia-Artikel zu Thor Steinar ist schon ein wenig informativer…

Das Tragen von Thor-Steinar-Kleidung ist unter anderem im Deutschen Bundestag, im Landtag Mecklenburg-Vorpommern sowie in zahlreichen Fußballstadien verboten.

…und zeigt nun etwas klarer, warum das tragen der Marke an manchen Orten untersagt ist, bzw. wie es zu der Verknüpfung der Marke mit der rechten Szene gekommen ist.

Extrem wenig Fragen bleiben offen, wenn man sich zusätzlich das PDF-Dokument des Blogs Investigate Thor Steinar einmal anschaut bzw. durchliest:

Die kritische Auseinandersetzung mit einer umstrittenen Marke

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Falls es das verlinkte Bild nicht mehr tut, hier eine lokale Version.
Mal im ernst… wer Klamotten vertreibt oder trägt, die ein Aufschrift wie Wüstenfuchs oder Division Thor Steinar zeigt, muss… Na ja, keine Beleidigungen.

Kommen wir zur Frage, ob es sich lohnt bzw. richtig ist, gegen solche Läden auf die Strasse zu gehen. Als erstes fiel mir der Witz mit dem Schild ein: Doofe Leute sollten ein Schild tragen, damit man sie direkt erkennt. Ich finde das passt ganz gut.

Die Frage, die ich mir selbst gestellt habe, fand ich auch in der oben genannten & verlinkten Broschüre:

Nicht „Thor Steinar” ist das Problem, sondern rassistische,
antisemitische und neonazistische Einstellungen
im Mainstream. Ihr tut so, also ob ohne „Thor Steinar” die
Welt besser sei – das wäre sie aber nicht.

Ebenso allerdings die Antwort auf die gestellte Frage bzw. These:

Neonazistische Ideologie, Rassismus, Antisemitismus,
Sexismus, generell: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
findet sich in der Mitte der Gesellschaft. Das
war vor „Thor Steinar” nicht anders als heute. Aber keine_r
wird so naiv sein, zu glauben, ohne „Thor Steinar” gäbe
es das grundsätzliche Problem nicht. Wir gehen aber
davon aus, dass es notwendig sein kann, sich heute der
„kleinen Probleme” anzunehmen, da das große Problem
oft schwer fassbar ist. „Thor Steinar” (5) markiert in der
Gesellschaft einen Spannungspunkt, an dem es sich lohnt,
Energie zu investieren und politisch einzugreifen. Nicht
zuletzt, weil die tiefer liegenden Probleme von dieser
Auseinandersetzung ebenfalls berührt werden. So geht es
um den Streit der ungehemmten Wirtschaft gegen politische
Einmischung, um Strategien der neuen Rechten bzw.
der neuen Firmen, um Identitätsbildung durch Markenklamotten
und emanzipatorische Gegenstrategien sowie
letztendlich darum, wie etwas hier und heute verändert
werden kann.

Dem bleibt sehr wenig hinzuzufügen.
Einen Pressebericht über die Demonstration in Essen findet man übrigens auch im Westen, inklusive Video.

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