[GREGEL DOT COM]

Heute Abend so gegen 20 Uhr konnte man auf Twitter prinzipiell nur lesen, dass jemand gestorben ist, die Welt viele Menschen sprachlos und fassungslos sind. Mein erster Gedanke…

Was gibt’s heute zu essen?
Ok, das ist gemein und nicht ganz richtig… der erste war dieser hier. Richtig, Fußball tangiert mich äußerst peripher.

Als zweites schoss mir durch den Kopf, dass dies ein freies Land ist. Jeder darf sein Leben beenden, wann er mag.

Aber dann fiel mir ein, dass ich seit mehr als einer Woche jeden Morgen an einer Kreuzung vorbeifahre, auf der viele Kerzen stehen. Vor ein paar Tagen ist ein 17jähriger Jugendlicher von einem Auto überfahren worden.

Ich habe mich gefragt, was wohl passiert, wenn ich diese Nachricht twittern würde. Irgendwie glaube ich, dass es keinen einzigen Retweet wert sein würde – aber alle anderen fragen würden “Was soll ich mal essen?

Da stellte sich mir einen kleinen Moment lang die Frage, wann der Tod eines Menschen wichtig und interessant und bedauernswert ist. Und wann scheißegal.

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8 Kommentare zum Artikel

  • Chriz

    Der Tod ist keinesfalls scheiß egal. Jedoch kennt man Stars. Ein Junge der überfahren wird, mit den man nie etwas zu tun hatte, der ist halt für die Person selbst, nicht so schlimm. Da man ihn ja nicht “kennt”.

    Das ist der Unterschied. Würde die Welt sich über jeden Tod Gedanken machen müssen. Dann hätte man leider keine Zeit mehr für irgendwelche andere Dinge.

    Traurig ist aber jeder Tod!

  • Sven

    Hmmm….

    wenn du die Familie des toten Jungens als Follower hättest, dann würde es auch ReTweets geben. Die Sache ist doch die, dass der Tot für die Leute die diesen Jungen gekannt haben nicht Scheißegal ist, sondern im Gegenteil, die Trauern genauso wie die Leute, die um Enke trauern. Enke war nun einmal bei vielen bekannt und wurde von vielen geliebt, als Torwart, als Fußballspieler. Es ist also genau das selbe.
    Genauso wie du eben gedacht hast, was du essen sollst, genauso haben andere bei dem Jungen das auch Gedacht. Wichtig ist, ob man eine Person kannte oder nicht kannte um dann Trauer oder eben keine Trauer zu empfinden.

  • Markus

    Wie Chriz schon sagt, Scheiß egal ist es mit Sicherheit nicht. Aber es ist halt ein Unterschied ob der Nationaltorwart stirbt oder der Bäcker um die Ecke. Beim Bäcker um die Ecke reden die leute im Dorf darüber, beim Nationaltorwart eben die (Fussbalinteressierte)Nation und bei deinem Beispiel eben die Leute die in der Nähe dieser Kreuzung wohnen bzw. diesen Jugendlichen kennen. Ich seh da keinen Unterschied nur ist eben die Reichweite eine andere.

  • Marc

    Ja… irgendwie habt ihr schon recht…
    Ich glaube, mir kan dieser “Hype” nur auf einmal so gekünselt vor… also mir, als Fussball-Desinteressierter ;-)

  • xida

    Der war einer der bekanntesten und beliebtesten Fußballer Deutschlands.

  • juliaL49

    Also als ich das heute morgen im Radio hörte war mein erster Gedanke: “Das war ein egoistisches Arschloch, weil der die feige Art des vor dem Zug Werfens gewählt hat!”
    Die Zugführer werden nun ihr Leben lang mit psychischen Problemen zu kämpfen haben und Hunderte, wenn nicht gar Tausende unbeteiligte Bahnreisende mussten gestern Abend Verspätungen in Kauf nehmen, evtl. sogar lebenswichtige. Wenn der Blödmann unbedingt Selbstmord begehen wollte, dann soll er das für sich machen und nicht noch so viele Unbeteiligte in Mitleidenschaft ziehen.

  • Kaddi

    Hm, hätte Robert Enke noch so etwas wie Verantwortung gefühlt, wäre er noch am Leben. Jemand, der noch keine echte Depression hatte, kann nicht darüber urteilen, warum er diesen Weg gewählt hat. Sicher kein schöner, mir tuts auch für den Lokführer leid.
    LG Kaddi

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