Gestern Abend war das Geheimnis gelüftet, der SPIEGEL bringt zusammen mit Guardian und der New York Times eine große Story – geleakte +90.000 geheime Dokumente über Afghanistan, via Wikileaks.
Heute morgen habe ich also mal an der Tanke gehalten um eine Cola die Printausgabe des SPIEGELs für 3,80 Euro käuflich zu erwerben. Das Cover sah war ein wenig seltsam aus, mit…
Task Force 373 – aber egal.
Vielleicht hat diese ganz viel Dreck am stecken? Sind Deutsche Soldaten in der Task Force? Zünden Sie ganze Dörfer an? Fehlanzeige (ok, der erste Punkt kann stimmen).
Seite 1 im Stau angeblättert, die Hausmiteilung:
Es ist eine internationale Kooperation zwischen Redaktionen, wie sie in der Geschichte des Spiegels noch nicht gab [...bla bla...] berichten aus einer neuen Perspektive über den Krieg in Afghanistan.
Aha. Hört sich vielversprechend an!
Heute Mittag wurde im beim Blick in den Feedreader stutzig. FixMBR spricht von einem Desaster für den Spiegel:
Doch was der Spiegel aus dem Scoop online gemacht hat, zeigt seine gesamte Verachtung gegenüber den Internet.
Der Artikel dreht sich also mehr oder weniger um das Onlineangebot. Das sah und sehe ich ein wenig anders. Ich finde es ok, dass SPON die Story online nur anreißt und auf die Printausgabe verweist. Sollen sie ein paar Euros mehr in die Tasche bekommen, das ist doch legitim.
Also habe ich mich heute Abend mal an die Artikel in der Zeitschrift gemacht. Hmm!
6 Doppelseiten mit… tja! Vielen Buchstaben?! Wenn man zusammenfasst, dass…
- Krieg dreckig ist
- ein paar Special Forces regelmäßig Leute killen, wobei “Leute” auch Kinder sind
- die berühmten Drohnen öfters auch mal abstürzen
- der Norden und somit das Gebiet der Bundeswehr immer gefährlicher wird
- Pakistan ein nicht ganz klares Spiel spielt
…ja, dann weiß man eigentlich alles in wenigen Worten. Und jetzt mal ehrlich – was genau von den o.g. Punkten haben wir vorher nicht gewusst?
Interessant sind noch die 2,5 Doppelseiten über Wikileaks, Julian Assange kann sich freuen – prima Werbung für seine Seite.
Es bleibt der Eindruck, dass der Guardian die Story und die +90.000 Dokumente bekommen hat – der SPIEGEL nur die Überschriften. Wer wirklich mehr wissen will, geht also zum Guardian!
- trier-reisen.de /
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xida
sagte am 27. Juli 2010, 11:22 UhrSehr guter Beitrag. Spart mir außerdem 3,8 Euro und weiteren Frust sehen zu müssen was die letzten paar Jahre aus dem Spiegel geworden ist.
Mario
sagte am 27. Juli 2010, 11:57 UhrHey, danke für den Beitrag – das erspart auch mir die 3,80 Euro :) Ich habe diese ganze Story seit gestern oder vorgestern beim Spiegel verfolgt, Duisburg stellt derzeit alle Nachrichten in den Schatten (berechtigterweise). Viel neues habe ich da auch nicht finden zum Thema Wikileaks finden können. Allerdings ist Wikileaks derzeit ständig down, man kann garnicht darauf zugreifen…
Erinnert sich jemand an die gefakten Hitler-Tagebücher aus dem Stern? Die schrieben auch damals, sowas habe es vorher noch nicht gegeben usw. – und mussten nachher feststellen daß sie genarrt wurden. Wer weiß, wie es mit Wikileaks weitergeht :)
toms bike corner
sagte am 27. Juli 2010, 21:28 Uhrnaja….über die angesprochenen Punkte wurde ja schon oft gemunkelt. Der einziger Unterschied: Jetzt haben wir es schwarz auf weiss das der “Fisch stinkt”. Die Personen werden wahrscheinlich eh nie zur Rechenschaft gezogen. Das UK ein besonderes Interesse an der Story hat, war ja anzunehmen.