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Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde den SPON-Artikel zum Freispruch zur Bewährungsstrafe von Nadja Benaissa glatt am Thema vorbei.
Zwiespältige Botschaft heißt die Überschrift, erwartet habe ich viel – gelesen habe ich das hier:

Was zwei Menschen in Intimsituationen einvernehmlich miteinander tun, geht den Staatsanwalt nichts an [...] Eigentlich ist sie mit all dem gestraft genug für ihr Leben. Einer Strafe durch die Justiz hätte es nicht mehr bedurft.

Uff. Das habe ich jetzt ein paar Minuten sacken lassen und bin beim Kopfschütteln angelangt. Eine Ansteckung mit HIV ist ein heißes Thema, mehr als Grund genug um sich darüber auszulassen.

Zum einen kotzt mich dieses Argument “er hätte sich ja schützen können… wie kann man nur ohne Gummi” sowas von an. Genau in diesem Moment macht man das Opfer zum Täter, nichts anderes. Ungeschützter Sex im Wissen der Krankheit ist keine fahrlässige Nummer, weil man gerade so geil ist. Nein, genau das ist Vorsatz.

Prinzipiell sieht das Gericht dies ja genauso, denn es ist ein Urteil wegen vorsätzlicher, gefährlichen Körperverletzung. Dafür gibt es dann eine Strafe auf Bewährung? Das ist mir definitiv zu hoch.

Wenn das nächste mal jemand lebenslänglich ins Gefängnis geht werde ich mich erkundigen wieviel zuschnell er denn nun gefahren ist.

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5 Kommentare zum Artikel

  • MacSchlumpf

    MacSchlumpf

    Dann möchte ich auch endlich mal hier meinen ersten Kommentar hinterlassen… und hoffe mich nicht gleich unbeliebt zu machen.

    Aber dann würde sich ja die Frage stellen, ob man jedes mal vorher seinen Partner fragen sollte, ob er AIDS etc. hat … oder würde das einer freiwillig fragen bzw. sagen das er/sie es hat ????von sich behaupten ?

    Ich denke nicht…

    • Marc

      Marc

      Hi MacSchlumpf, willkommen :-)

      Also ich für meinen Teil hoffe doch sehr stark, dass ein Partner das von sich aus sagt! Und besonders wenn es eine richtige Partnerschaft ist, da erwarte ich es quasi sogar.
      Bei einer schnellen Nummer… ja, wegen der Verantwortung eines erwachsenen, mitdenkenden Menschens würde ich es da auch erwarten.

  • xida

    xida

    Dass, einmal von wenigen Ausnahmen abgesehen, meiner Meinung nach beim Spiegel keine menschlichen Größen mehr sitzen, ist doch klar. Diese Zeitung profitiert vor allen Dingen von dem Ruf den sie sich zu Augsteins Zeiten erworben hat, sowie von ihrer jetzigen Verkaufszahlen-Reichweite. Ansonsten ist das qualitativ immer mehr eine Bild für Pseudointellektuelle geworden.
    Zum eigentlichen Thema:
    Menschen mit HIV haben Angst davor, gesellschaftlich und partnerschaftlich wie Aussätzige behandelt zu werden. Die Angst, die sie haben, ist also nachzuvollziehen. Aber trotzdem ist es natürlich Sauerei, andere diesen Szenario auch auszusetzen. (Mal abgesehen von den nicht unerheblichen körperlichen Problemen.)
    Dann noch 3 Punkte, die in der Berichterstattung so nicht deutlich geworden sind:
    - Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau einen Mann ansteckt, klar kleiner als umgekehrt. Könnte sein, dass das eine Rolle im Hinterkopf der Frau spielte. Wenn man von der Statistik etwas weg geht und in die konkrete Erfahrung hinein:
    Meine testende Ärztin hat gesagt, sie habe Fälle gehabt, wo Pärchen häufiger ungeschützten Sex miteinander hatten und es ist nichts passiert. Und andere hatten einmal Sex und ‘zack’ angesteckt. Ob von Frau nach Mann oder umgekeht, könne man alles nicht sagen.
    - Ich verstehe nicht wie man überhaupt mit der Lustempfindung klar kommt, wenn man ohne Condom Sex miteinander hat, wenn so etwas im Raum steht. Menschen, die so etwas wie besagter Kläger erlebt haben, sich jedoch aufgrund von Condomen nicht angesteckt haben, brauchen sehr lange, bis Sex ohne Condom nicht mehr der totale Abturn ist. (Hab’ ich mir sagen lassen.) Eigentlich müsste doch Sex ohne Condon der totale Lustkiller sein, wenn man HIV hat. Jetzt mal so versuchs-empathisch darüber nachgedacht.
    - Dritter Punkt: Wenn es wirklich stimmt, wie ich es mitbekommen habe, dass die Ermittlungen um diesen Prozess durch die Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit gekommen ist, dann gehört diese Staatsanwaltschaft konsequent sanktioniert. Das ist eine Sache zwischen Rechtsprechung, dieser Sängerin und dem Geschädigten und sonst niemandem. Das einzig Gute, was ich dieser Diskussion abgewinnen kann ist, dass es eine Art Reklame für Schutz mit Condomen ist. Ansonsten ist mir da zuviel von der Zutat “Menschen-Vorführung” dabei.

    • Marc

      Marc

      Hi xida,

      danke für den super Kommentar!
      Als erstes mal zu deinem letzten Punkt:
      Ja, der Staatsanwalt hat damals einen richtigen Bock geschossen, wahrscheinlich irgendeine Profilierungs-Absicht… Der sollte m.M. nach auch ein Verfahren oder ähnliches bekommen.
      Kommt ja auch öfters vor, bei der Tauss-Sache damals wussten die Reporter es ja auch als erstes.

      Nichtsdesto trotz halte ich es für völlig richtig, dass über die Anklage/den Prozess eines Promis sachlich in den Medien berichtet wird.
      Das Promi-Dasein (vor allem wenn es selbst gewählt ist) ist nicht nur ein Schönwetter-Phänomen. Man trägt eine gewisse Verantwortung und bei einzelnen Zielgruppen ggf. auch eine Vorbildfunktion. Dies bedeutet dann auch Blitzlicht in den schlechten Zeiten…
      Daher fande ich den Satz im Artikel Einer Strafe durch die Justiz hätte es nicht mehr bedurft auch sowas von panne…

      • xida

        xida

        Ja klar haben Medien das Recht und die Aufgabe über Promies zu berichten.
        Aber manchmal, wie bei oben dargestelltem Beispiel, kann man sich schon fragen, ob das mit der Sachlichkeit bzw. Seriösität überhaupt funktionieren kann. Dazu braucht es nämlich ein gewisses Maß an Charakter bzw. Menschlichkeits-Profil. Denn so etwas lernt man für kein Staatsexamen und auf keiner Journalisten-Schule.

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